Vor drei Jahren wurden an dieser Stelle die Zeichnungen gezeigt, die der in Bamberg lebende Grafiker Alexej Borutscheff (1911–94) in den Jahren 1962 und 1963 als Illustrationen für Bruno Müllers Studie „Theatrum stultorum“ über die Waldsassener Bibliotheksatlanten anfertigte. Bisher war Borutscheff wenig bekannt, doch nun würdigt ihn die Staatsbibliothek Bamberg, in deren Besitz sich seit 1995 der Künstlernachlass befindet, mit einer eigenen Ausstellung unter dem Titel: „Vergessene...
In der jüngsten Ausgabe der Cistercienser Chronik ist ein Beitrag von Sr. M. Adelheid Schneider OCist über M. Cäcilia Schmid (1824–1895) enthalten, die erste Waldsassener Priorin nach den Wiederbegründungsvorgängen in den Jahren 1863–65. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf Schmids Zeit im Zisterzienserinnenkloster Seligenthal, wo sie 1842 eingekleidet wurde. Geboren war sie im Markt Rieden südlich von Amberg. Von 1855 bis 1865 stand sie (mit einer gesundheitsbedingten...
Eine ikonographische Parallele Ab 1766 ließ Abt Otto Prasser (reg. 1761–1792) die Fürstenzeller Klosterbibliothek einrichten, einen reizvollen Rokokoraum, der durch seine Ausstattung einen erheblichen Schauwert besitzt. Markante Gestaltungselemente der Bibliothek sind die Atlanthermen, überlebensgroße Trägerfiguren an den Stützen der Galerie (s. Abb. 1). Über sie schreibt Möseneder: „Ein bekanntes vorangegangenes Beispiel für Atlanten als architekturplastisches Element bietet die...
Im Jahr 1726 oder 1727 ließ sich in Waldsassen der Drucker Daniel Carl Witz nieder, entweder auf Wunsch oder zumindest mit ausdrücklicher Befürwortung des bibliophilen Abtes Eugen Schmid. In der neu gegründeten Offizin entstanden nicht nur allerlei Gelegenheitsdrucke für die Abtei, sondern auch mehrere von den Mönchen erarbeitete Editionen theologischer Schriften. Nach Witz‘ Tod im Jahr 1742 übernahm zunächst seine Witwe Maria Ursula den Betrieb, ab 1759 Johann Martin Hölbling, Sohn...
Die Erinnerung an den Bauernkrieg vor 500 Jahren gab 2025 Anlass zu allerlei Ausstellungen und Publikationen. Unter anderem veranstaltete der „AK Forstgeschichte“ im Juli 2025 eine Tagung zum Thema „Der Bauernkrieg 1525 aus forstlicher Sicht“ in Memmingen. Der online verfügbare Tagungsband enthält auch einen Artikel von Christian Malzer über „Forstgeschichtliche Facetten des Bauernkrieges im Waldsassener Stiftland“. Dem Beitrag sind interessante Differenzierungen zu entnehmen....
„Sein Leben ist zwar in dichte Schleier der Demut gehüllt; aber des Heiligen Geistes Walten fügte es, daß trotzdem seine Umwelt die hellen Strahlen der göttlichen Liebe sah, die aus seiner großen Seele leuchteten. Für die Nachwelt sollen sie aber Feuerfunken sein, welche der Erdenpilger Weg erhellen.“ (S. 219) Diese Worte sind in der Einleitung einer erbaulichen Biographie des Kapuziners Viktrizius Weiß (1842–1924) zu lesen, erschienen 1938 als einer von 21 Beiträgen in dem Band...
„Der Terror in Eger und seiner Umgebung schlug natürlich seine Wellen auch zu uns in die nahe Grenzstadt herüber. Jeder Tag brachte neue Schreckensnachrichten, Hunderte von Flüchtlingen passierten auf ihrer Flucht auch Waldsassen [...]. Wenn wir nun auch, wie es tatsächlich zu befürchten war, das Los dieser Flüchtlinge hätten teilen und unser liebes Kloster verlassen müssen, nicht wissend, ob und in welchem Zustand wir es wiederfinden werden? [...] In der darauffolgenden Woche,...
Seit einigen Jahren macht sich die Organisation Cisterscapes um die Erinnerung und Vermarktung zisterziensischer Kulturlandschaften quer durch Mitteleuropa verdient und hat es in kürzester Zeit geschafft, für sie das Europäische Kulturerbe-Siegel zu erwirken. Geprägt waren diese Kulturlandschaften nicht nur durch Teichgebiete und Wälder, sondern der klösterlichen Selbstversorgung wegen besonders durch Agrarflächen. Hier allerdings gibt es keinen Grund zur Freude als vielmehr zum Klagen...
Aus welchem Anlass ließ Andreas Bernreuther aus Waldsassen wohl diese Glückwunschkarte drucken? Ist es eine Neujahrskarte? Empfänger des vorliegenden gelaufenen Exemplars war der „Wohlgeborene“ Herr Heinrich Hagenah, Maschinenmeister, anscheinend in der Waldsassener Klinkerfabrik. Weitere Informationen enthält die Karte nicht. Auch Lithograph und Verlag sind nicht vermerkt. Der Poststempel ist undeutlich, scheint aber das Jahr 1910 anzugeben. Ganz rechts ist vor der Klosteranlage noch...