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Festliche Gelegenheitspredigten aus dem barocken Walderbach

Walderbach war stets ein kleines Kloster. Dementsprechend fehlte ihm auch die Potenz für ein umfangreiches und differenziertes Kulturschaffen, wie es in größeren frühneuzeitlichen Abteien üblich war. Dazu gehörten beispielsweise die festlichen Gelegenheitspredigten. Manche Ordenshäuser gaben zahlreiche Broschüren in Druck, die beispielsweise die Kanzelreden zum Fest des Ordensheiligen, zu Jubiläen oder beim Tod des Abtes dokumentierten.

Aus dem Zisterzienserkloster Walderbach sind bisher drei derartige Drucke bekannt. Zwei davon sind online als Digitalisate einsehbar.

1735 hielt der Regensburger Karmeliten-Prior Aloysius à S. Andrea eine Predigt zum Fest des hl. Bernhard von Clairvaux mit dem Titel „Zweyfacher Ehren-Thron, Inner der Octav Mariä Himmelfahrt/ Zwischen Christum den HERRN Und Den Hönigfliessenden Lehrer BERNARDUM aufgerichtet“. Digitalisate gibt es hier und hier.

Für die sieben bis zur Säkularisation verstorbenen Prälaten sind bisher insgesamt zwei gedruckte Leichenpredigten bekannt.

Der Nachruf auf Abt Gerard II. Paumann (reg. 1752–68) unter dem Titel „Trauer- und Ehren-Rede Auf den Am 2. Sept. im Jahre 1768. erfolgten … Hintritt Des … HERRN GERARDI. II.“ stammt von Benedikt Paur, Theologieprofessor im Aldersbacher Hausstudium. Er wurde1768 in Passau gedruckt. Das einzige bisher nachweisbare Exemplar befindet sich in der Bibliothek des Metropolitankapitels München und ist nicht digitalisiert.

Für Abt Nivard Bixel (reg. 1768–75) verfasste der Frauenzeller Benediktiner Heinrich Müllpaur die Leichenpredigt mit dem Titel „Der durch GOtt vollkommne, nun aber in Gott ruhende Hochwürdige … HERR NIVARD“. Digitalisate gibt es hier und hier.


Literatur:

Schrott, Georg: „Einer Geistlich- und Volckreichen Versamlung vorgestellet“. Festliche Gelegenheitspredigten aus der Abtei Walderbach, in: Burgen und Klöster – Stadt und Fluss. Festschrift zum 36. Bayerischen Nordgautag in Nittenau, Regensburg 2006, 167–170.