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Die historische Pfarrbibliothek in Waldsassen

Die Pfarrei Waldsassen ist im Besitz eines Altbestandes von gut 470 Bänden und Broschüren, die früher in einer eigenen Pfarrbibliothek verwaltet wurden. Klebeetiketten mit Signaturen (Numerus currens) zeigen eine einstige bibliothekarische Erschließung an, die nicht früher als 1890 erfolgt sein kann.

Doch es gibt Besitzvermerke wie „Ad parochiam Monast. Waldsassen.“, die aus dem 18. Jahrhundert stammen müssen. Obwohl die Pfarrei Waldsassen vom Kloster aus betreut wurde, verfügten die Seelsorge-Mönche also über eine eigene Bibliothek.

Die beiden ältesten Bücher stammen aus dem frühen 17. Jahrhundert: ein „MARTYROLOGIUM ROMANUM“ von Caesar Baronius Soranus (Köln 1603) und Henriquez‘ „MENOLOGIVM CISTERTIENSE“ (Antwerpen 1630). Das jüngste ist der „ORDO HEBDOMADÆ SANCTÆ INSTAURATUS“ (Regensburg 1956).

Die Bände dazwischen dienten zu einem überwiegenden Teil erkennbar pfarrlichen Zwecken. Es sind Lehrwerke darunter wie Thomas von Aquins „Summa Theologiae“ oder Predigtsammlungen von Louis Bourdaloue, Jean-Baptiste Massillon oder Franz Neumayr. Es gibt verschiedene Bibel-Ausgaben und die Bamberger Konkordanz von 1731 und vieles mehr.

Daneben ist auch einiges Strandgut vorhanden, das sich aus unterschiedlichen Gründen angesammelt haben kann – in nennenswerter Zahl Bücher aus dem ehemaligen Besitz der Waldsassener Seelsorger, insbesondere auch von verschiedenen Ex-Mönchen, die nach der Säkularisation hier weiterhin wirkten.

Der Bestand ist nun vollständig katalogisiert. Durch seine Charakteristik, aber auch durch zahlreiche Besitzeinträge und andere Ergänzungen bietet das Bücherkonvolut vielseitige mikrohistorische Einblicke in die Kloster-, Pfarr- und Mentalitätsgeschichte v. a. des 18. und 19. Jahrhunderts.

Eine kleine Studie dazu ist in Vorbereitung.

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