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Oberpfälzer Klöster bei „Klosterland Bayern“

Das Portal „Klosterland Bayern“, betrieben vom schwäbischen Prämonstratenserkloster Roggenburg aus, vermarktet einen Zusammenschluss von Klöstern, die als eine ihrer wirtschaftlichen Säulen die Bewirtung von Gästen und kulturelle Angebote gewählt haben.

Die interaktive Karte auf der Startseite führt zu 14 Klöstern. Vier von ihnen liegen in der Oberpfalz, keine schlechte Quote also. Verlinkt sind Neumarkt, Plankstetten, Speinshart und Waldsassen.

„Im Herzen von Neumarkt bieten die Niederbronner Schwestern im Kloster St. Josef „einfach mal Zeit für mich“. Im Tagungs- und Gästehaus kann man seinen „Alltag hinter sich lassen und sich auf die Suche nach der inneren Ruhe machen“. Man kann auch wandern oder den Jakobsweg im Landkreis beschreiten.

Die Benediktinerabtei Plankstetten wirbt mit ihrer „100% ökologischen Ausrichtung“ und dem Kursprogramm des Tagungs- und Gästehauses. „Bei uns erleben Sie benediktinische Gastfreundschaft und freundliche Menschen auch im Hofladen, Missionsbasar und der Buchhandlung. Das hauseigene Kursprogramm mit jährlich mehr als 120 Seminaren zu den Bereichen Spiritualität, Gesundheit und Lebensführung sowie Kreativität und Fotografie bietet darüber hinaus ein attraktives Angebot“, so die Selbstbeschreibung.

„Fernab von allem Stress und aller Hektik“ kann man sich ins Prämonstratenserkloster Speinshart zurückziehen oder Tagungen besuchen, wandern oder Rad fahren oder „ein ganzjähriges Programm an Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen“ genießen.

In Waldsassen ist die Zisterzienserinnenabtei „ein Besuchermagnet“, vor allem natürlich wegen ihrer „weltberühmten Bibliothek“. Hier stehen beispielsweise Klosterfasten oder Radeln mit Unterbringung im Gästehaus St. Joseph auf dem Programm.

Die Angebote der Klöster sind relativ gleichartig, wenn auch pandemiebedingt derzeit stark reduziert. Es gibt überall die Möglichkeit zum Rückzug, zur Selbstbesinnung und zur Naturbegegnung. Die christliche Identität der Häuser drängt nicht in den Vordergrund, sodass ein niedrigschwelliger Zugang gewährleistet ist. Man kann wohl von einer Pastoral für „Randchristen“ und Suchende sprechen, doch steht auch einer rein touristischen Nutzung offenbar nichts im Wege.

Klostertourismus und spiritueller Tourismus haben sich längst zu einer eigenen Sparte der Reisewirtschaft entwickelt. Ein global agierendes Beispiel ist das Portal „Klosterreisen“ mit dem Slogan „spirituelle Reisen weltweit“. Im Programm sind Ladakh, Chiang Mai und die marokkanische Wüste ebenso wie das Kloster Waldsassen.

 

Eine fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Spiritueller Tourismus“, ergiebig auch für die Analyse der oben genannten Beispiele, führt Aline Sommer in einem online verfügbaren Beitrag:

[Sommer, Aline:] Spiritueller Tourismus als eigenständige Tourismusart? Versuch von Definition und Einordnung, 2014.

 

Abbildung:

Florian Prosch (mit freundlicher Erlaubnis des Klosters Speinshart).