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Neues von Fr. Adalbert Eder

Anzeige des Kunst und Auktionshauses Ruef, Landshut, in: Weltkunst 94 (2024) H. 225, S. 89.
Anzeige des Kunst und Auktionshauses Ruef, Landshut, in: Weltkunst 94 (2024) H. 225, S. 89.

Von den Klosterarbeiten des Waldsassener Laienbruders Adalbert Eder (1707–77) scheint es etliche zu geben, deren Existenz bisher nicht bekannt war. Immer wieder einmal gelangen Exemplare in den Auktionshandel. So wurden jüngst bei Ruef in Landshut zwei zusammengehörige Kästen versteigert, die völlig zu Recht Eder zugeschrieben werden. Die mit Rocaillen verzierten, goldgefassten Holzgehäuse – sie messen 44 x 33 x 12 cm – enden oben in einem Schweifbogen. Zu sehen sind darin in typisch frühneuzeitlicher Paarung die Pestheiligen Sebastian und Rochus vor verspiegelten Rückwänden. Beide Elfenbeinfiguren sind auch ikonografisch aufeinander bezogen: Der Schnitzer stellte nicht nur Sebastian, sondern auch Rochus vor einem Baum aus Koralle dar. Sie stehen auf Holzsockeln, die mit dynamischen Rokoko-Schwüngen verziert sind und möglicherweise von Andreas Burgl geschnitzt wurden, der für die Abtei Waldsassen noch eine Reihe weiterer plastische Werke herstellte. Wert und Würde erhalten die Heiligen außerdem durch die prachtvolle Filigranarbeit, von der sie umrankt sind. Sie besteht in typischer Edertechnik aus gewickeltem Golddraht, farbigen Glassteinen und Perlen.

Der Zuschlag ging für je 8.000 € an einen nicht genannten ausländischen Bieter. Ob nun noch Hoffnung besteht, dass diese Ederschen Werke einmal in einer Ausstellung öffentlich zu sehen sein werden, ist damit leider völlig offen.

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