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Die Orgel in der Kappl

Ein zufälliger Fund im Online-CD-Handel: Es gibt Aufnahmen der Orgel in der Kappl vor der in diesem Jahr abgeschlossenen Restaurierung. Ronny Krippner spielte 2017 die CD „Orgelmusik aus Böhmen“ ein.

Der Organist wurde 1980 in Marktredwitz geboren und ist derzeit Director of Choral Music im anglikanischen Croydon Minster und in der Whitgift School im südlichen London. In der Kappl spielte er mehrere Präludien und Fugen von Josef Seger (1716–1782), einem seinerzeit berühmten, in Prag tätigen Musiker, und von Johann Caspar Fischer (1656–1746), der aus der Gegend von Sokolov/Falkenau stammte und mehrere Jahrzehnte am Hof in Rastatt wirkte. Weitere Aufnahmen auf dem Tonträger stammen aus der Pfarrkirche in Cheb/Eger und aus der Wallfahrtskirche St. Anna in Planá/Plan.

Georg Dientzenhofers Kappl-Kirche, die damals wichtigste Waldsassener Wallfahrt, wurde bereits 1689 fertiggestellt, noch ehe das Kloster zur selbstständigen Abtei erhoben wurde, und verdankt sich somit der Initiative des Fürstenfelder Abtes Martin Dallmayr (reg. 1640–90). Die Orgel wurde erst 1734–38 von einer Werkstatt aus dem böhmischen Loket/Elbogen eingebaut – zur selben Zeit ließ Abt Eugen Schmid auch die Gewölbe ausmalen. Wie die Wallfahrtskirche, die der Hl. Dreifaltigkeit geweiht ist, weist auch die Konzeption der Orgel ein kreatives Spiel mit der Zahl 3 auf: Es gibt drei Werke, im Prospekt drei Türme, 666 Pfeifen und als plastischen Schmuck die Allegorien des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.

Kürzlich wurde das sehr schadhafte Instrument restauriert und im Sommer wieder in Betrieb genommen. Die Orgelweihe hielt Bischof Rudolf Voderholzer am 26. Juli 2020. Eine Fernsehreportage des Senders Oberpfalz TV bietet kurze Eindrücke vom Einweihungskonzert.

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