In der neuesten Ausgabe der „Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige“ ist ein Beitrag mit Bezug zur Oberen Pfalz zu finden: ein Artikel über Johannes Gualbertus ForsterOSB (1657–1727). Er legte 1679 in Prüfening die Gelübde ab. 1695 wurde er zum ersten Abt des wiederbegründeten Klosters Weißenohe bestimmt.
Aus Prüfening brachte Forster offenbar ein größeres Konvolut von Predigtmanuskripten mit in seine neue klösterliche Heimat. In den Jahren 1697 und 1705 konnte er sie veröffentlichen: je eine Sammlung von Festpredigten zu besonderen Anlässen („MISCELLANEI DISCURSUS PRÆDICABILES“) und von Pfarrpredigten an den Festtagen des Kirchenjahres („CONCHA MARGARITIFERA SPIRITUALIS“). Während seiner Zeit als Weißenoher Prälat erschienen außerdem zwei einzelne Gelegenheitspredigten im Druck: eine Predigt zum Fest des hl. Bernhard von Clairvaux, gehalten 1714 in Waldsassen, und eine zur Jubelprofess des Banzer Abtes Kilian Döring (bzw. Düring) 1715.
Der Aufsatz enthält eine kurze Biographie Forsters, befasst sich mit wichtigen Inhalten seiner Predigten und mit den Entwürfen der Frontispizen in den beiden Predigtsammlungen, die Forsters besonderen Einfallsreichtum belegen.
Als Spin-off-Produkt wird auch ein Eintrag ins „Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon“ aufgenommen. Die Online-Version ist soeben erschienen.
Die diesjährigen „Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg“ (Bd. 165) enthalten keine Beiträge mit direkt klostergeschichtlichen Inhalten. Jedoch sind einige Regensburger Konvente gelegentlich in Elisabeth Gädes Beitrag über „Die Domvögte von Regensburg und die Grafen von Bogen“berücksichtigt.
Bei Nittendorf handelte es sich um eine Filiale der Prüfeninger Pfarrei Deuerling. Deren Gebiet lag teils auf pfalz-neuburgischem (u. a. die Pfarrkirche), teils auf bayerischem Gebiet (u. a. der Pfarrhof). Bei Einführung der Reformation im Jahr 1542 entflocht Kurfürst Ottheinrich die komplexe Lage teilweise: Da sich sein Anspruch auf das Deuerlinger Patronatsrecht nicht durchsetzen ließ, erhob er das pfalz-neuburgische Nittendorf zur Pfarrei. Dieter Schwaiger geht ihrer Geschichte unter dem Titel „Die lutherische Pfarrei Nittendorf bei Regensburg (1542–1616)“ nach.
In der Cistercienser Chronik gibt Peter Pfister einen Überblick über die Geschichte des Zisterzienserinnenklosters Waldsassen. Anlass ist ein dreifaches Jubiläum: 1865 wurde das Kloster formell gegründet, 1925 zur Abtei erhoben und 1995 erhielt Äbtissin M. Laetitia Fech ihre Benediktion.
Lit.:
Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 136 (2025):
Schrott, Georg: Der Prüfeninger Mönch und Weißenoher Abt Johannes Gualbertus Forster (1657–1727) als Predigt-Autor, S. 135–174.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (Online-Version):
Schrott, Georg: Forster, Johannes Gualbertus.
Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 165 (2025):
Gäde, Elisabeth: Die Domvögte von Regensburg und die Grafen von Bogen: Ihre Anfänge, S. 5–67.
Schwaiger, Dieter: Die lutherische Pfarrei Nittendorf bei Regensburg (1542–1616), S. 163–186.
Cistercienser Chronik 132 (2025) H. 3.1:
Pfister, Peter: Drei Jubiläen in Waldsassen 2025, S. 570–574.
