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Neuerscheinung zur Kirchenmusik in Waldsassen

Soeben ist der Band „Himmlische Klänge“ erschienen. Auf gut 200 Seiten wird darin die Geschichte der Kirchenmusik im Kloster und in der Pfarrei Waldsassen dargestellt.

Die erste Hälfte ist der Musikgeschichte des Zisterzienserklosters gewidmet. Durch die Säkularisation in der Reformationszeit ging leider fast alles mittelalterliche Quellenmaterial verloren, sodass diese Epoche nur in groben Zügen skizziert werden kann.

Besser ist die Situation jedoch in der Ära des Barock und bis zur Klosteraufhebung 1803. Eine wichtige "Quelle" stellt hier die Stiftskirche dar. Ihre Gestaltung als "Raum der Musik" wird einer detaillierten Analyse unterzogen. Im Rahmen der Forschungen wurden Choralbücher ausfindig gemacht, die im Noviziat mittels Schablonentechnik erstellt wurden. Darin fanden sich auch drei bisher unbekannte Hymnen, die in Waldsassen eigens für die Liturgie zum Heilige-Leiber-Fest gedichtet wurden. Es ließen sich einige Einblicke in das Singknabenseminar gewinnen, das wie in den meisten Klöstern unterhalten wurde, um Alt- und Sopran-Sänger für den mehrstimmigen Gesang zur Verfügung zu haben. Das damalige  Repertoire an Stücken ließ sich zumindest für die Instrumentalmusik zur Zeit der Klosteraufhebung ermitteln: Ein Verzeichnis von knapp 70 Sinfonien und einiger kammermusikalischer Werke lässt erkennen, welchem Niveau die Musikanten im Waldsassener Konvent gewachsen waren und welche Instrumente sie spielen konnten.

Ein weiteres überraschendes Ergebnis der Studie ist die rege Musikpraxis in der bürgerlichen Gemeinde nach 1803. Ihr ist die zweite Hälfte der Monographie gewidmet. Bisher war nicht bekannt, dass der Waldsassener Kirchenchor in der Ära des Cäcilianismus als einer der besten im Bistum Regensburg galt. An die Tradition der cäcilianischen Vokalpolyphonie knüpfte in den 1950er Jahren noch einmal der hochkarätige Knabenchor an, gefolgt vom bis heute aktiven Basilikachor. Weitere Darstellungen gibt es zur Waldsassener Orgelgeschichte und zur Reihe der Basilikakonzerte.

Dem Band ist eine CD mit Musikaufnahmen beigegeben. Neben archivalischen Aufnahmen des Knaben- und des Kirchenchores sowie der Orgeln ist auch eine Ersteinspielung der Hymnen zum Heilige-Leiber-Fest zu hören, nach mehr als 200 Jahren erstmals wieder gesungen von der Choralschola der Waldsassener Basilika.

 

Einen Blick ins Buch gibt es hier.

 

 

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