Als sich Bernhard Lübbers daran machte, seine sehr lesenswerte und sehr gut lesbare „Biografie“ der Stadt Regensburg zu schreiben, stand er einer unüberschaubaren Fülle an Quellenmaterial und Sekundärliteratur gegenüber. Im Prolog bekennt der Autor deswegen: „Natürlich gehen mit einer solchen Vorgehensweise zwangsläufig eine subjektive Auswahl und eine ebensolche Gewichtung einher“ (S. 15). Dass in dem Band die Geschichte der Regensburger Konvente einen nennenswerten Anteil hat, ist aber kein Ergebnis subjektiver Gewichtung, sondern ein kaum zu umgehender historischer Umstand.
Auf rund 5% der etwa 400 Seiten sind Themen direkt unter einer kloster- oder ordensgeschichtlichen Überschrift zu finden. Hinzu kommen weitere Passagen, in denen ebenfalls die Rolle der Konvente als Teil der Stadtgeschichte behandelt wird, beispielsweise in den Abschnitten über das Wirken des Bischofs Kuno („Die Stadt nach dem Investiturstreit“, S. 108f.), über „Innovationen im Bibliothekswesen“ (S. 153; zur ersten im Reich nachweisbaren Kettenbibliothek in St. Emmeram) oder über die aufklärerische Gelehrtenkultur in St. Emmeram, St. Jakob und Prüfening im Unterkapitel „Ein Jahrhundert der Gelehrsamkeit“ (S. 251ff.). Frömmigkeits-, bildungs- und pastoralgeschichtlich waren die Klöster und ihre Insassen eine unübergehbare Regensburger Größe.
Aus Oberpfälzer Perspektive böte sich der Kontrast zwischen den Regensburger Stadtklöstern und den Landklöstern und den kleinstädtischen Mendikanten-Niederlassungen in der alten Oberen Pfalz für vergleichende Studien an. Dieselben Orden – namentlich die Benediktiner, Franziskaner und Augustiner-Eremiten – wirkten hier unter sehr unterschiedlichen Bedingungen wirtschaftlicher, sozialer und pastoraler Art.
Lit.:
Lübbers, Bernhard: Regensburg. Biografie einer Stadt, Regensburg 2025.
