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Zeichnungen der Waldsassener Bibliotheksfiguren von Alexej Borutscheff

Die Stiftsbibliothek in Waldsassen, deren Sanierung derzeit vorbereitet wird, hat im 20. Jahrhundert immer wieder Künstler und Fotografen angezogen, die sich vor allem von Karl Stilps Atlanten fasziniert fühlten. Zu ihnen gehörte auch der in Bamberg lebende Grafiker Alexej Borutscheff (1911–94; andere Schreibweise: Borucev).

Von ihm gibt es bisher keine Biografie. Zu ermitteln war, dass er im russischen Zarenreich in Rostow am Don geboren wurde. Er studierte in Moskau und wurde Architekt, Grafiker und Maler. Am Kriegsende kam er als Gefangener nach Bamberg, wo er als Zeichner für einen Steinrestaurator am Dom arbeitete. Er blieb am Ort als freier Maler und Grafiker und betätigte sich u. a. als Buchillustrator und als Zeichenlehrer im Wasserschloss Concordia.

Als Bruno Müller seine Studie „Theatrum stultorum“ über die Waldsassener Bibliothek veröffentlichte, diente ihm ein Zyklus von Zeichnungen Borutscheffs zur Illustration, der 1962/63 entstand und Stilps Schnitzwerke zeigt. Die Bildtitel basieren auf einer älteren, heute aufgegebenen Deutung der Skulpturen.

Die Entwürfe können hier dank der Unterstützung von Gerald Raab, Fotograf in der Staatsbibliothek Bamberg, gezeigt werden. Ihm sei hiermit herzlich gedankt.

 

Lit.:

Müller, Bruno: Theatrum stultorum. Carl Stilps plastische Illustrationen zum „Narrenschiff“ in der Stiftsbibliothek zu Waldsassen. Ein Beitrag zur Nachwirkung der Ikonologie des Cesare Ripa auf die bildende Kunst des 18. Jahrhunderts im Fichtelgebirgsraum, in: Archiv für Geschichte von Oberfranken 43 (1963) 159–198; es existiert auch ein Sonderdruck mit eigener Paginierung.

 

Abbildungsnachweis:

Originale aus Privatbesitz; Fotos: Staatsbibliothek Bamberg, Gerald Raab.

Kontakt:

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